Bildungsforschung und Bildungspraxis auf Augenhöhe – so funktioniert’s!

Mit der zweiten Tagung zur Partnerschaft von Bildungsforschung und Bildungspraxis setzten wir uns zum Ziel, gute Beispiele für forschungsorientierte Praxis und praxisorientierte Forschung sichtbar zu machen.

Zum Start konnten wir eine Premiere bieten: die Lancierung unseres neuen Kartensets, mit dem anhand von Zeichnungen sowie Frage- und Steuerungskarten Problemstellungen in der Zusammenarbeit von Forschung und Praxis thematisiert werden können. Es entstand auf der Basis der ersten Tagung im September 2020, an der Michael Meier, Denkpinsel, den Anlass mit humoristischen Bildern protokollierte.

Mehr zum neuen Kartenset «so gelingt’s!»

Am Vormittag berichteten Tandems aus Praxis und Forschung über ihr Vorhaben und die erfolgreiche Zusammenarbeit. Im Zentrum stand die Frage, was zum Gelingen der Partnerschaft beigetragen hat.

Denise Krummenacher als Vertreterin der Praxis und Yvonne Dammert von der Pädagogischen Hochschule Luzern stellten anhand ihrer Interventionsstudie «Soziale und sprachliche Kompetenzen über Kinderliteratur fördern» verschiedene Faktoren für den Erfolg ihrer Zusammenarbeit vor. Als zentral erachteten sie das «Wir» in einem Vorhaben – Forschende und teilnehmende Lehrpersonen und Klassen sowie in ihrem Fall die eingesetzten Coaches bilden zusammen ein Team. Dabei sollten die Rollen der Beteiligten zwar klar definiert werden, aber Raum lassen für individuelle Entwicklungen im Verlaufe des Forschungsvorhabens.

Claudia Sturzenegger und Annalena Josch von der GSR Sprachheilschule Aesch arbeiteten gemeinsam mit Wolfgang Beywl, Pädagogische Hochschule FHNW, an «Lehren und Lernen sichtbar machen». Die beiden Praktikerinnen begründeten ihre Teilnahme damit, dass die Zusammenarbeit mit einer Forschungsinstitution gerade für ihre Sonderschule die Rechenschaftslegung erleichtere. Lern- und Therapieerfolge liessen sich damit besser ausweisen und bildeten die Basis, Innovationen gegen aussen sichtbar zu machen.

Rita Sauter und Gabi Herold von der Schule Hedingen sowie Enikö Zala-Mezö von der Pädagogischen Hochschule Zürich zeigten auf, wie ihre Zusammenarbeit im Forschungsvorhaben «Partizipative Schulentwicklung – Unterricht mit Schülerinnen und Schülern gestalten» zustande gekommen ist. Das Vorhaben basiert auf dem Design-Based-Research-Ansatz und wurde im Frühjahr 2021 gestartet. Für die Schule war die Chance, einen Schulentwicklungsprozess partizipativ mit wissenschaftlicher Begleitung anzupacken, einer der wichtigen Gründe, bei diesem Forschungsvorhaben mitzumachen.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in verschiedenen Tischrunden vertieft mit weiteren Projekten, innovativen Forschungsansätzen und Instrumenten auseinanderzusetzen.

  • Wolfgang Beywl, Pädagogische Hochschule FHNW, und Marco Hardmeier von der Schule Zehntenhof: Zielführende Vereinbarung zwischen Schule
  • Michelle Jutzi, PHBern: Dreieck Praxis – Forschung – Verwaltung
  • Maximilliam Knogler, Clearing House Unterricht, Technische Universität München: Wissen über Forschung vermitteln
  • Annelies Kreis, PHZH: Praxiszentren als kooperative Räume der Lehrpersonenbildung
  • Nora Marketos, Jacobs Foundation: Research Practice Partnership – erste Hinweise auf Gelingensbedingungen
  • profilQ: Neuerscheinung Kartenset «So gelingt’s» – Gesprächsmöglichkeiten in Forschungsprojekten

Moderiert wurde die Tagung von Jörg Berger, Vorstandsmitglied von profilQ. Spitzzüngig und unterhaltsam kommentieren Bettina Wyer und Carlos Parada vom Eidgenössischen Improvisationstheater den Anlass.